Theaterprojekte
Der geizige
hexenjagd
wie es euch gefällt
krabat
die chinesische mauer
anatevka
„Schauspiel ist Arbeit an sich selbst“. Schon dieses Zitat bringt die persönlichkeitsbildende Wirkung des Theaterspielens auf den Punkt. Theaterprojekte haben daher in der Waldorfpädagogik einen ganz besonderen Stellenwert und an der Rudolf Steiner Schule St. Gallen eine lange Tradition.
Schon in den Klassenlehrer-Jahren von der ersten bis zur 6./7. Klasse sind die Schüler:innen daran gewöhnt, immer wieder mit kleineren oder grösseren szenischen Spielen auf der Bühne zu stehen. Dies geschieht im Rahmen von Quartalsfeiern oder Jahresfesten, sei es im Sommerspiel der 3./4. Klasse, bei Aufführungen kleiner Sketche in den Fremdsprachen oder bei kleineren Musiktheaterprojekten – z.B. durch die Beschäftigung mit Mozarts “Zauberflöte“ in der 5. oder 6. Klasse.
Das erste abendfüllende Theaterprojekt erarbeiten sich die Schüler:innen meist in der 8. oder 9. Klasse – also mitten in der Pubertät. Dort ist es auch im Lehrplan der Waldorf- und Rudolf Steiner Schulen verankert. Gerade in diesem turbulenten Lebensalter, in dem die Jugendlichen auf der Suche nach ihrer “Rolle“ – und letztlich auf der Suche nach sich selbst - sind, kommt dem Theaterspielen eine grosse pädagogische Bedeutung zu: In der Auseinandersetzung mit dem Charakter einer Rolle kann man Distanz zu sich selbst gewinnen, um danach wieder “neu” auf die eigene Persönlichkeit zuzugreifen. Aus diesem Grund eignen sich auch für dieses Alter ganz besonders Aufführungen von Komödien – Shakespeare, Molière, Goldoni, Nestroy, Wilder - oder von märchenhaften, mit romantischen Elementen durchzogenen Stücke z.B. von Franz Grillparzer oder Ferdinand Raimund.
Zum Abschluss der Schulzeit – traditionell in der 12. Klasse, häufig aber auch in der Kombination 11./12. Klasse – wird wiederum ein grosses Theaterstück auf die Bühne gebracht. Dabei geht es, anders als noch in der 8./9. Klasse, nun um die differenzierte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Stück und der übernommenen Rolle darin. Dass dies im Alter der gerade volljährig werdenden Schüler:innen ebenfalls eine grosse persönlichkeitsbildende Wirkung hat, liegt auf der Hand. So ist, je nach Klasse, hier auch die ganze Bandbreite grosser Dramen geeignet. Ob berühmte Klassiker von Shakespeare, Schiller oder gar Goethes „Faust“ oder Ibsens „Peer Gynt“ aufgeführt werden, oder ob man sich eher mit dem modernen Theater des 20. Jahrhunderts – Brecht, Wedekind, Zuckmayer, Frisch, Dürrenmatt, Miller, Wilder – oder mit der Aufführung eines Musicals beschäftigt – die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt…
Theaterprojekte aus den letzten Jahren an der Rudolf Steiner Schule St. Gallen:
8./9. Klassprojekte:
2025: Molière “Der Geizige”
2024: W. Shakespeare “Wie es euch gefällt”
2023: O. Preussler “Krabat” (Bearbeitung von F. Rothacker)
2022: J. Anouilh “Der Ball der Diebe”
2021: C.M. Goldoni “Der Diener zweier Herren”
2018: C. Steinwasser “Mörder mögen’s messerscharf“
2016: W. Shakespeare “Ein Sommernachtstraum“
2015: T. Wilder “Die Heiratsvermittlerin”
2013: F. Raimund “Der Alpenkönig und der Menschenfeind“
2007: W. Shakespeare “Der Widerspenstigen Zähmung“
11.-12. Klassprojekte:
2024: A. Miller “Hexenjagd”
2021: M. Frisch “Die chinesische Mauer. Eine Farce”
2017: J. Stein/J. Bock/Sh. Harnick “Anatevka“ (Fiddler on the Roof) – grosses Musicalprojekt der 10.-12. Klasse, Begleitung durch Profi-Musiker aus Katowice (Polen)
2016: „iContact“ – ein von 10.-Klässlern selbst geschriebenes Jugendtheater
2014: W. Shakespeare “Was ihr wollt“
2008: B. Shaw “Die heilige Johanna“ (gemeinsames Projekt der 7.-12. Klasse)
2006: Aristophanes “Lysistrate“
2004: A. Camus “Der Belagerungszustand“
2006: Aristophanes “Lysistrate“
